Du scrollst durch Instagram. Schaust dir die Website der Konkurrenz an. Gibst deren Domain in ein SEO-Tool ein. Klickst dich durch deren Blogartikel.
Und dann, ganz langsam, fast unmerklich, schleicht sich dieses Gefühl ein:
Ich bin nicht gut genug. Die sind so viel weiter. Warum tue ich mir das überhaupt an?
Kennst du das? Ich kenne es. Ich war diese Person.
Stundenlang habe ich in SEO-Tools gestarrt, verglichen, analysiert, abgespeichert. Und am Ende des Tages?
Hatte ich nicht eine einzige Zeile für mein eigenes Business geschrieben. Geschweige denn ein digitales Produkt zum verkaufen erstellt.
Dafür fühlte ich mich beschissen.
Dabei ist Vergleichen nicht per se das Problem. Das Problem ist, womit und wie du dich vergleichst.
Der Vergleich, der dich mental kaputt macht
Als ich mein Gewerbe anmeldete, war ich voller Energie.
Endlich selbstständig. Niemand, der mir vorschreibt, wann ich wo zu erscheinen habe.
Ich wollte von meinem Onlinebusiness leben, so wie es die anderen auf den sozialen Plattformen vormachten.
Doch dann blickte ich tiefer.
Ich sah die Vergleichsplattform Lionshome, die eine sechsstellige Besucherzahlen monatlich hatte.
Den Blogger, der 5 Blogs gleichzeitig führt als GmbH und von Affiliate-Einnahmen lebt.
Walter Epp, der nach 4 Jahren von seinem Blog leben konnte und monatlich über 10.000 Euro nachweislich verdient.
Mit Seth Godin, der täglich nur 200 Wörter bloggt, aber täglich und das seit Jahren. Und wo ich mich gleichzeitig fragte: Wie bitte lebt er davon?
Ich war regelrecht begeistert, davon wie die Menschen Geld im Internet verdienen.
Aber je mehr ich verglich, desto schlechter wurde mir mental.
Mein Selbstwertgefühl?
Im Keller.
Meine Motivation die ich anfangs hatte? Weg.
Meine Umsetzung? Gleich null.
Stattdessen wartete ich. Schaute mir auf Youtube zig Videos an wie man Geld im Internet verdient, das Bloggen tot sei und und und.
Ich wartete auf den richtigen Moment.
Auf das Gefühl: Jetzt bin ich bereit, jetzt weiß ich alles, jetzt kann ich es perfekt machen.
Die Woche verging, der Donnerstag kam.
Morgen ist ja schon Freitag, es lohnt sich nicht mehr anzufangen.
Aber am Montag – ja, da fange ich an.
Der Montag kam…
Ach heute ist ja erst Montag, ich fühle mich heute nicht danach.. morgen dann.
Und so ging es Woche für Woche. Monat für Monat.
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Warum dieser Vergleich Verliererdenken ist
Hier ist die unbequeme Wahrheit: Du vergleichst deinen Anfang mit dem Mittelpunkt einer anderen Person.
Judith Peters hat 1.000 Artikel geschrieben, nicht an einem Wochenende, sondern über Jahre.
Dieser Affiliate-Shop mit 20 Mitarbeitern? Hat auch mal mit einer Person und null Besuchern angefangen.
Du siehst deren Ergebnis.
Aber nicht die hunderte Artikel, die niemand gelesen hat.
Und schon gar nicht die schlaflosen Nächte.
Ebenso nicht die Momente, in denen auch sie daran gezweifelt haben, ob das alles einen Sinn ergibt.
Ein Business aufzubauen braucht nun mal Zeit.
In mir kamen diese Stimmen:
Was soll ich schon erzählen?
Wer will das überhaupt lesen?
Ist das wichtig genug?
Das ist Verliererdenken.
Und ich sage das nicht, um gemein zu sein, sondern weil ich genau da war. Und weil ich weiß, wie viel es kostet, dort zu bleiben.
Du bremst dich selbst aus, wenn du dich an den falschen Vergleichen orientierst.
Jeder fängt bei null an, ausnahmslos
Das klingt so selbstverständlich. Und trotzdem glauben es die wenigsten wirklich, wenn sie mittendrin stecken. Ich auch nicht. Also lass mich dir ein paar Beispiele geben, die du aus deinem eigenen Leben kennst.
Konntest du als Baby direkt laufen? Nein. Du bist gerollt, gekrabbelt, hingefallen. Immer wieder aufgestanden. Hunderte Male. Ohne zu zweifeln, ob du es jemals schaffen wirst.
Fahrrad fahren: Erstmal Stützräder. Bis der Moment kam, wo jemand plötzlich losließ und du alleine weiterfuhrest. Ich erinnere mich noch, wie ich es meinem Nachbarsjungen Sascha in seinem Garten beigebracht habe. Seine Mama machte mal Instant-Eiskaffee. Ich erinnere mich heute noch, wie lecker der war. Manche Momente brennen sich einfach ein. Aber ich schweife ab.
Schreiben lernen: Erst die einzelnen Buchstaben in der ersten Klasse. Dann die Schreibschrift in der zweiten, ich erinnere mich noch, wie ich sie gehasst habe, und wie erleichtert ich war, als ich endlich wieder in Druckschrift schreiben durfte. Irgendwann verschlang ich ein Buch nach dem anderen und zählte in der Grundschule zu den besten Vorlesern der Klasse.
Blockflöte: Wir waren drei Mädchen in der Gruppe. Die Töne? Schief. Wirklich schief. Aber je mehr ich geübt habe, desto besser wurde es und irgendwann machte es sogar Spaß. Ich habe freiwillig zuhause geübt. Freiwillig. Bis dann… naja, lass uns sagen, andere Dinge interessanter wurden.
Kochen: Das erste, was ich mit zwölf Jahren alleine gekocht habe, war Vanillepudding. Milch aufkochen, Mischung rein, rühren. Heute koche ich gerne, male mir im Kopf aus, welches Gewürz zu was passt, und entscheide intuitiv.
Autofahren: Als ich das erste Mal in einem Fahrschulauto saß, war ich völlig überfordert. Alles neu. Noch nie am Steuer gesessen. Der Fahrlehrer war zwar froh, dass er mir keine schlechten Angewohnheiten austreiben musste, aber ich dachte innerlich: Ich weiß absolut nicht, was ich hier tue. Heute fahre ich, ohne darüber nachzudenken.
Es ist alles ein Lernprozess. Man kann ihn nicht überspringen.
Nicht im echten Leben und auch nicht im Onlinebusiness.
Auch wenn YouTube-Videos versprechen, du könntest in drei Monaten auf 10.000 Euro monatlich kommen, mit organischem Traffic, ohne auch nur eine Werbeanzeige geschaltet zu haben: Ich kenne niemanden, dem das von null aus gelungen ist. Kennst du jemanden? Dann schreib es in die Kommentare, ich bin wirklich neugierig.
Der erfolgreiche Online-Unternehmer Christian Költringer sagte:
„Bis ich komplett von meinen Internet-Einnahmen leben konnte, hat es nämlich nicht 5 Wochen, sondern 9 Jahre gedauert!“
„Heute weiß ich, dass es zwar harte Arbeit, Fokus und Zeit, aber bestimmt keine 9 Jahre braucht, um sich online ein Business aufzubauen, von dem man sehr gut leben kann.“
Ich bin irgendwie traurig, dass ich solche Sätze wie diese erst viel später zu lesen oder zu hören bekam. Denn das gibt mir eine riesige Erleichterung, weil es einfach ehrlich zeigt:
Es ist normal, dass der Aufbau eines Businesses Zeit braucht. Dass „Gewerbe anmelden und nach drei Monaten 10k verdienen“ eben nicht die normale Realität ist. Und wer das verspricht, verkauft dir meistens ein Märchen.
Vergleich dich, aber richtig
Es gibt einen Unterschied zwischen Vergleichen, das dich voranbringt, und Vergleichen, das dich lähmt.
Vergleichen, das lähmt:
- Du schaust auf jemanden, der seit Jahren im Business ist, und fragst dich, warum du nicht schon dort bist
- Du kopierst deren Strategie 1:1, obwohl sie gar nicht zu dir passt
- Du schreibst über Themen, auf die du keine Lust hast, weil die Anderen es auch tun
- Du verlierst dich stundenlang in SEO-Tools und schaust die Keywords des Wettbewerbs an, statt selbst anzufangen
Vergleichen, das hilft:
- Du lernst aus den Fehlern anderer, das sind echte Gold-Nuggets. Artikel, in denen jemand offen über Niederlagen und Learnings schreibt, sind das Wertvollste, was du finden kannst. Diese Fehler musst du dann nicht selbst machen
- Du nutzt andere als Inspiration, nicht als Vorlage zum Kopieren. Inspiration bringt dich im Business weiter.
- Du fragst dich, welche Strategie für dich Sinn ergibt und passt sie entsprechend an
Karin Wess hat es kürzlich in ihrem Newsletter treffend auf den Punkt gebracht:
Es ist entscheidend, womit du dich vergleichst.
Diese Woche mit der letzten?
Diesen Monat mit dem aus dem Vorjahr?
Oder dich mit dem, wer du sein willst und was du aufbaust?
Das ist der Vergleich, der dich voranbringt.
Hör auf dich zu vergleichen.
Du bist einzigartig. Geh deinen eigenen Weg, denn du hast deine eigene Story.
Sei kein Original, das eine Kopie von jemand anderem ist
Jemanden zu kopieren ist anstrengend. Unfassbar anstrengend.
Weil du dir damit unbewusst sagst: Ich bin nicht gut genug so wie ich bin.
Du verbirgst, wer du bist. Du tust etwas, das sich falsch anfühlt, nur um zu gefallen.
Ich bin genervt von Kursanbietern, die sagen: „Kopier mich 1:1.“ Denn woher weiß ich, ob das wirklich zu meinem Business passt? Zu mir?
Es spricht überhaupt nichts dagegen, die Strategie von jemandem anzuschauen und daraus zu lernen.
Als Inspiration ist das großartig.
Aber dann filterst du: Was passt zu mir? Was passt zu meinem Business? Was fühlt sich richtig an? Und was nicht?
Denn glaub mir, es ist furchtbar anstrengend, wenn man sich selbst hintergeht. Dafür macht man sich nicht selbstständig. Ich jedenfalls nicht.
Ja, man kann das machen.
Aber macht es glücklich?
Erfüllt es einen?
Mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht.
Was wirklich den Unterschied macht: Konstant sein
Weißt du, was mein Lieblingswort geworden ist, nach all dem Vergleichen, all dem Analysieren, all dem Warten auf den perfekten Moment?
Konstant.
Ich kann nur besser werden, wenn ich regelmäßig blogge.
Und ich werde schneller besser, wenn ich jeden Tag etwas schreibe, statt einmal alle zwei Monate.
Der E-Mail Copywriter Alin Dragu macht es vor und empfiehlt es, jeden Tag zu schreiben.
Macht man das als Blogger oder E-Mail-Marketer genauso, hat man nach einem Jahr 365 Headlines und 365 E-Mails, oder 365 Blogartikel.
Im Vergleich zu jemandem, der nur einmal pro Woche oder einmal im Monat schreibt? Sind das Welten.
Und das einfach nur, weil man mehr geübt, gelernt und mehr ausprobiert hat.
Ich bekomme durch das Schreiben eine Klarheit im Kopf, wie bei nichts anderem.
Statt mir zu sagen ich will monatlich 10.000 Leser auf diesem Blog sage ich mir: Ich schreibe diese Woche drei Artikel. Und ich verlinke fünfmal.
Komm einfach ins Tun. Nur so wirst du besser.
Statt auf Zahlen zu starren, gib jeden Tag dein Bestes. Diesen Satz hat sebiforce in einem Instagrampost mitgegeben. Und es hilft mir nicht mehr auf das Geld zu gucken, das hat mich immer limitiert.
Das Tun bringt dich weiter.
Sogar Seth Godin sagt: Blogge drei, vier Monate und schau, was passiert. Genau das mache ich jetzt.
Judith Peters empfiehlt mindestens einmal in der Woche zu bloggen um dranzubleiben.
Der perfekte Moment? Den habe ich nach 9 Jahren Selbstständigkeit noch nicht gefunden
Wo wartest du noch, weil du glaubst, es sei noch nicht der richtige Moment?
Und woran würdest du erkennen, dass er es vielleicht längst ist?
Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Ich habe lange gewartet.
Ich dachte mein perfekter Moment ist, bis ich alles weiß und bis ich den Blog perfekt machen kann.
Dieser Moment ist nie gekommen. Und er wird auch nicht kommen. (Über das Warten auf den perfekten Moment schreibe ich bald einen eigenen Artikel, denn das wichtige Thema verdient mehr als einen Absatz.)
Denn je mehr Wissen ich mir angeeignet habe und in ein Thema eindrang, umso mehr erkannte ich, ich weiß gar nichts.
„Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ (Sokrates)
Was stattdessen kam: der Tag, an dem ich einfach angefangen habe. Nicht perfekt oder brillant. Aber ich habe begonnen.
Seit wenigen Tagen schreibe ich morgens direkt nach dem Aufwachen, die ersten Gedanken raus, in die Diarium App oder 15 Minuten in meine liebste ablenkungsfreie Schreibumgebung, dem Freewrite Sprinter. Sobald ich lostippe startet der 15-minütige Timer, ach ich liebe es ohne zögern loszuschreiben.
Abends mache ich dasselbe. Mein Kopf ist danach klar. Erstaunlicherweise schlafe ich besser und wache mit positiven, guten Gedanken auf. Ich bin selbst noch immer überrascht davon.
Ich habe aufgehört zu vergleichen. Und angefangen, konstant mein Ding zu machen.
Das kannst du auch.
Mit wem oder was vergleichst du dich gerade und bremst dich das aus oder bringt es dich voran? Schreib es in die Kommentare. Ich lese wirklich jeden einzelnen davon.

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